Zukunftsängste beim Reitverein am Dorner Weg

Ein Gebäude, davor ein Gerüst.
Die Reitanlage ist sanierungsbedürftig. Foto: Moritz Körschgen

Der Grundstückbesitzer der Reitanlage am Dorner Weg möchte die Reitanlage abreißen und Wohnungen bauen. Der Wuppertaler Reit- und Fahrverein nutzt die Anlage und ist davon völlig überrascht – der Verein bangt um seine Zukunft.

Was geplant ist: Wohnungen statt Reitanlage

Der Eigentümer der Anlage stehe laut der Stadt seit rund 1,5 Jahren im Kontakt mit der Verwaltung, um eine Sanierung der Reithalle zu realisieren. Das erläutert die Verwaltung in einer Vorlage, die in der Bezirksvertretung zur Abstimmung stand.

Die Anlage weise laut der Stadt „erhebliche bauliche Mängel“ auf und sei „nicht mehr für einen zukunftsfähigen Reitsport geeignet“. Reithalle und Pferdeboxen müssten abgerissen und vergrößert werden, um den heutigen Anforderungen an den Pferdesport gerecht zu werden.

„Die hierzu erfolgte baurechtliche Prüfung führte zu dem Ergebnis, dass eine Neukonzeption des Reitbetriebes nur im Rahmen der Baurechtsschaffung mittels eines Bebauungsplanes möglich ist“, führt die Stadt weiter aus. Aufgrund „formeller und materieller Hürden“ könne das aber nicht eingeleitet werden, auch seien die finanziellen Risiken des Eigentümers erheblich.

Daher will der Eigentümer anstelle der Reithalle Ein- und Mehrfamilienhäuser bauen.

Im Raum steht auch, ob der „Bauturbo“, ein neues Gesetz, das Bauverfahren beschleunigen soll, „gezündet“ wird, damit das Projekt schneller umgesetzt werden kann.

Reit- und Fahrverein reagiert überrascht

Der 1. Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins, Rainer Schmitt-Sasse, erläuterte den Bezirksvertretern, dass der Abriss der Gebäude das Ende des Vereins bedeuten würde. Es gebe keine andere Anlage in Wuppertal, an der ein ähnliches Angebot umgesetzt werden könnte.

Weiter sei der Verein eine wichtige Säule für die Kinder- und Jugendarbeit in der ganzen Stadt. Der Umgang und die Verantwortung mit den Tieren würde – neben dem sportlichen Aspekt – auch die sozialen Fähigkeiten der Kinder stärken.

Von den rund 200 Mitgliedern seien rund 165 Kinder und Jugendliche. Mit 20 Pferden, 33 Unterrichtsstunden und 150 Reitschülern pro Woche sprach Schmitt-Sasse von einem sehr aktiven Verein.

Auch beschäftigt der Verein ein bis zwei Vollzeitkräfte und sieben Minijobber.

Daher würde der Verein es bedauern, sein bisheriges Programm nicht mehr anbieten zu können. Gespräche mit dem Verein habe der Eigentümer im Vorfeld nicht gesucht, von der Vorlage der Stadtverwaltung zeigte er sich daher überrascht.

Wie es jetzt in den politischen Gremien weiter geht

Die Ronsdorfer Bezirksvertretung einigte sich in ihrer letzten Sitzung nach einer kurzen Diskussion darauf, über den Punkt nicht abzustimmen und ihn zu vertagen. Den BV-Mitgliedern war zu viel noch unklar, auch wollten sie das Gespräch mit dem Eigentümer suchen.

Zusätzlich steht das Thema in den BVen von Barmen und Elberfeld zur Debatte, da die Reitanlage an die beiden Stadtteile und Ronsdorf angrenzt.

Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes und sein Stellvertreter Dirk Müller wollten daher mit ihren Amtskollegen in Barmen und Elberfeld in Kontakt treten, um ihnen vorzuschlagen, das Thema ebenfalls zu vertagen.

Allerdings handelt es sich bei den Abstimmungen der Bezirksvertretungen lediglich um Empfehlungen.

Letztlich entscheiden kann nur der Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaftt, Bauen und Standortmarketing. Der tagt am 2. Juli und kann auch ohne die Empfehlungen der BVen für oder gegen das Bauvorhaben stimmen.

Alternativ kann der Ausschuss den Punkt ebenfalls vertagen und abwarten, wie die Bezirksvertretungen entscheiden.

Von Moritz Körschgen

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