Protesttag am 23. März: Apotheken schließen in Ronsdorf und Cronenberg

Ein Plakat mit dem Text Apotheken-Protesttag 23. März.
Der Apotheken Protest-Sticker. Foto: ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.

Die Ronsdorfer und Cronenberger Apotheken schließen sich dem bundesweiten Protesttag der Apotheken am Montag, dem 23. März, an und haben an diesem Tag geschlossen. Ausnahme ist die Hahnerberg-Apotheke in der Cronenberger Str. 347, sie hat Notdienst.

Unter www.aponet.de/notdienstsuche sind weitere Notdienst-Apotheken in der Umgebung zu finden.

Unter dem Titel „Uns gibt es nicht zum Nulltarif“ will die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V. auf die wirtschaftliche Lage der Apotheken aufmerksam machen: „Nach knapp 13 Jahren Honorarstagnation und Apothekensterben steht den Apotheken das Wasser wirtschaftlich bis zum Hals“, schreibt die ABDA. Sie kritisiert, dass die Bundesregierung das Apothekenhonorar bis heute nicht angepasst hat, trotz Ankündigung im Koalitionsvertrag.

„Der Entwurf, der im Dezember vom Bundeskabinett beschlossenen Apothekenreform zeigt zwar Ansätze von Wertschätzung für unseren Heilberuf“, meint die ABDA weiter. Allerdings werde das größte Problem der Apotheken komplett ausgeklammert: Die Reform lasse die „chronische Unterfinanzierung der Apotheken“, so die ABDA, völlig offen.

Die Kosten der Apotheken seien in den vergangenen zehn Jahren massiv gestiegen, während die Vergütung unangepasst blieb. „Diese chronische Unterfinanzierung führt zu einem Apothekensterben, durch das wir seit 2013 bereits rund 20 Prozent aller Standorte verloren haben“, erläutert die ABDA. Das bedeute am Ende weitere Wege und weniger Versorgungssicherheit für die Menschen im Land.

Außerdem kritisiert die ABDA die Pläne zu den erweiterten Vertretungsbefugnissen von pharmazeutisch-technischen Assistentinnen und Assistenten (PTA). „Wichtige Leistungen wie beispielsweise die Abgabe von Betäubungsmitteln oder Medikationsanalysen müssen immer in der Verantwortung einer Apothekerin oder eines Apothekers liegen“, meint die ABDA. In Apotheken ohne Apotheker könnten diese Leistungen nicht mehr angeboten werden.

Mit der Kampagne „Uns gibt es nicht zum Nulltarif“ will die ABDA einen Schwerpunkt auf die Honorarthematik setzen und zeitgleich auf den Stellenwert von Apotheken für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bürger hinweisen. „Wir sind kein Kostenfaktor, sondern Stabilisatoren der Daseinsvorsorge“, so die ABDA.

Das Kampagnen-Motiv mache deutlich: Qualität und Versorgungssicherheit gibt es nicht zum Nulltarif. „Die Politik muss endlich ein finanzielles Bekenntnis zu unseren Leistungen abgeben“, fordert die ABDA abschließend.

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