Jubiläumsfeier der CDU Ronsdorf mit Gastbeitrag zum Ukraine-Krieg

Ein Mann hält eine Rede voor einem CDU Banner.
Eine „welthistorische Zäsur“ nannte der ehemalige Generalsekretär der CDU Deutschland, Ruprecht Polenz (rechts), den russischen Angriff auf die Ukraine.

Zu ihrer 75(+1)-Jahres-Feier hatte die CDU Ronsdorf als Gastredner den ehemaligen Generalsekretär der CDU Deutschland, Ruprecht Polenz eingeladen.

Er vertrat die Christdemokraten von 1994 bis 2013 im deutschen Bundestag und ist seit 2013 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Ronsdorfer CDU-Vorsitzenden, Dirk Müller, bot Polenz den Gästen tiefe Einblicke in Bedeutung und Folgen des Ukraine-Kriegs und eine kritische Meinung zur Energiepolitik der eigenen Partei.

Der 76-Jährige reflektierte, dass er die längste Friedenszeit Europas erlebt hat und hoffte, dass auch seine Kinder und Enkelkinder das gleiche Glück haben werden. In den letzten zehn Jahren habe sich das aber als Trugschluss herausgestellt. Den russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar nannte er eine „welthistorische Zäsur“ und eine „Zeitenwende“.

„Putin darf in der Ukraine nicht gewinnen“

Eines von Russlands Zielen beim Krieg in der Ukraine sei, wieder das „Recht des Stärkeren“ zu etablieren. „Deshalb darf Putin in der Ukraine nicht gewinnen“, gab er zu bedenken und sprach sich für die Fortführung der Waffenlieferungen an die Ukraine und die Sanktionen gegen Russland aus.

Dass Menschen Angst vor einem nuklearen Krieg haben, sei nachvollziehbar. Aus seiner Sicht ist es aber unwahrscheinlich, dass es dazu kommt, denn: „Putin braucht keinen Vorbehalt dafür, Atomwaffen einzusetzen.“

Durch die vom Kreml gesteuerte Presse in Russland könne er Begründungen beliebig erfinden, um den Einsatz von Atomwaffen zu rechtfertigen. Das einzige probate Mittel gegen die russischen Aggressionen sei daher: „Nicht nachgeben, sondern abschrecken.“ Zum Beispiel mit einer verstärkten militärischen Präsenz in den EU-Ländern.

Muss die CDU ihre Energiepolitik überdenken?

Die – auch in Deutschland schmerzlich spürbaren – Sanktionen bezeichnete er als einen „geringeren Preis als den Preis, dass Putin in der Ukraine gewinnt.“ Denn sollte Putin militärischen Erfolg in der Ukraine haben, würde das beweisen, dass das Recht des Stärkeren gilt. Die Sanktionen und die daraus resultierenden Engpässe bei der Gasversorgung seien aber auch ein Zeichen dafür, dass in seiner Partei ein Umdenken stattfinden müsse: „Auch die CDU merkt, dass es sich sicherheitspolitisch lohnt, auf erneuerbare Energie umzustellen.“

Zum Schluss seiner Rede erinnerte er an die Worte von Immanuel Kant: „Frieden ist kein natürlicher Zustand, er muss gestiftet werden.“

Grußwort von Jürgen Hardt (MdB) drehte sich auch um den Krieg

Ebenfalls auf den Krieg in der Ukraine kam der Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt zu sprechen. Er war am Freitag zwar auf dem CDU-Bundesparteitag in Hannover, hatte aber ein Grußwort auf die Südhöhen geschickt: „Es gibt nur einen Weg diesen Krieg zu beenden. Und das ist die Doppelstrategie aus knallharter Sanktionspolitik und der Unterstützung des militärischen Widerstands der Ukraine“, schrieb Hardt und plädierte dafür, diese Strategie weiter fortzuführen.

Aber auch die Feierlichkeiten kamen am Freitag nicht zu kurz: Bei Bratwurst und Getränken waren unter anderem Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig – dem Dirk Müller für seine langjährige Arbeit als Kämmerer und Stadtdirektor dankte – und Bürgermeister Rainer Spiecker – der insbesondere Kurt von Nolting und Lothar Nägelkrämer für ihre langjährige Mitgliedschaft dankte – sowie CDU-Mitglieder aus dem Umkreis zu Gast. Von den Südhöhen-Nachbarn aus Cronenberg gab es einen Roll-Up Banner-Gutschein als Jubiläumspräsent, bevor der Abend auf der Feuerwache auf Linde ausklang.

Dirk Müller bleibt im neuen Vorstand erster Vorsitzender

Eine Gruppe Männer schaut in die Kamera.
Ein Teil des neu gewählten CDU-Vorstands mit Gregor Ahlmann (3. von rechts, Wuppertaler Kreisvorsitzender). Von links: Kurt von Nolting, Wilfried Hoppe, Jörn Blondrath, Klaus Hecht, Michael Krüger und Dirk Müller.

Mitglieder des in der vorigen Woche neu gewählten Vorstand der Ronsdorfer CDU waren ebenfalls vor Ort.
Der bisherige Vorsitzende, Dirk Müller, wurde einstimmig wiedergewählt, als Stellvertreter Gisela Hecht und Lukas Schindler. Des Weiteren engagieren sich im neuen Vorstand Jörn Blondrath, Wilfried Hoppe, Klaus Hecht, Michael Krüger, Kurt von Nolting und Damir Reich.

„Mein persönliches Ziel ist es, in den kommenden zwei Jahren die Mitgliederstruktur zu erweitern, zu verjüngen und vor allem mehr Frauen für die Arbeit innerhalb der Ronsdorfer Christdemokraten zu begeistern“, sagte der alte und neue Vorsitzende Dirk Müller.

von Moritz Körschgen

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