Trotz schwieriger Rahmenbedingungen liegt „ein richtig gutes Jahr hinter der Volksbank im Bergischen Land“, so das Fazit der drei Vorstandsmitglieder auf der diesjährigen Bilanzpressekonferenz.
Mit einem Kreditwachstum von 8,2 Prozent und um 6,7 Prozent gestiegenen Kundeneinlagen befindet sich das Jahresergebnis deutlich über den gesetzten Zielen, sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Otto bei der Vorstellung der vorläufigen Geschäftszahlen für 2025. Im Vergleich mit anderen Genossenschaftsbanken ähnlicher Größe hebe sich die bergische Bank deutlich positiv ab, ergänzte sein Kollege Henning Wichart.
Die Bilanzsumme liegt erstmals bei 3,1 Milliarden Euro. „Das ist ein Ergebnis konsequenter Kundennähe, schneller Entscheidungen und einer klaren strategischen Ausrichtung“, resümierte Vorstandsmitglied Christian Fried.
Keine große Insolvenzwelle im Bergischen Land
Er erläuterte, dass das Jahr wirtschaftlich zwar insbesondere von „Zoll-Eskapaden“ und „nicht rational handelnden Menschen“ geprägt war, die 387 Volksbankmitarbeiter (davon 33 Azubis) aber mit großem Engagement gearbeitet hätten: „Wir sind mächtig stolz auf unsere Mannschaft“, sagte Henning Wichart.
Aufgrund der guten Entwicklung der Wertpapieranlagen profitieren viele Kunden von gestiegenen Erträgen. Zum Kreditwachstum tragen neue Kunden, Investitionen aus der heimischen Wirtschaft und eine erhöhte Nachfrage nach privater Baufinanzierung bei. „In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten ist Vertrauen der wichtigste Erfolgsfaktor – und dieses Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden spüren wir deutlich“, sagte Andreas Otto.
Besorgt blickt der Vorstand hingegen auf die geopolitische Lage, eine „spürbare Unzufriedenheit“ und einen „Reformstau in Deutschland“, die auch das Bergische Land erreicht hätten. Gleichwohl verzeichnet die Volksbank bei ihren Firmenkunden nicht mehr Zahlungsausfälle.
„Die Unternehmen haben sich auf die aktuelle Situation vorbereitet“, sagte Andreas Otto. Sie bleibe jedoch in einigen Branchen, zum Beispiel bei den Automobilzulieferern, angespannt. Zwar gebe es auch im Bergischen Land vermehrt Insolvenzen, große, flächendeckende Probleme registrierte die Volksbank jedoch nicht.
Mit einem operativen Ergebnis von über 30 Millionen Euro wird die Genossenschaftsbank ihr Eigenkapital, also das Fundament der Bank, stärken und eine Dividende für die 11.437 Mitglieder – die Eigentümer der Bank – zahlen können. Hier schlägt der Vorstand eine Gewinnausschüttung in Höhe von sieben Prozent vor. Darüber entscheidet die Vertreterversammlung im Juni.
Im Filialbereich hat die Volksbank im Bergischen Land in die Sicherheit der Geldautomaten investiert. Alle 38 Geräte sind nun auch mit Farbpatronen bestückt. Im Fall einer Automatensprengung wird das Geld eingefärbt und ist somit nicht mehr nutzbar.
Damit es gar nicht erst so weit kommt, hatte die Volksbank bereits 2024 den Zugang zu den Geräten außerhalb der Servicezeiten erschwert, massive Rollgitter eingebaut und die Alarmsysteme verstärkt.
Unterstützung für Vereine: Rund 290.000 Euro ausgezahlt
Zusätzlich zum Bau der fünften Volksbank-Kita engagiert sich die Genossenschaftsbank für die Menschen in der Region und hat im letzten Jahr 170 Vereine mit finanziellen Zuwendungen unterstützt. Rund 290.000 Euro flossen als Spende, über das Crowdfunding oder als Sponsoring in gemeinnützige Projekte, soziales und bürgerschaftliches Engagement, kamen dem Sport, Bildungsprojekten, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Initiativen zugute.
Auch als Steuerzahler gibt die bergische Bank ihrer Region buchstäblich etwas zurück. Für 2025 zahlte sie Steuern in Gesamthöhe von 8,52 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte davon waren Gewerbesteuerzahlungen – allein drei Millionen Euro an die Stadt Remscheid.
Von Moritz Körschgen