Zu einem nachdenklichen Gottesdienst zum 9. November lädt die Evangelische Gemeinde am Sonntag, 9. November um 11 Uhr in die Lutherkirche ein.
Der 9. November ist in mehrfacher Hinsicht ein geschichtsträchtiges Datum: Am 9. November 1989 fiel die Mauer. „Welche Hoffnungen waren damals damit verbunden! Was ist daraus geworden?“, fragen Pfarrerin
Ruth Knebel und das Gottesdienstteam.
Der Gottesdienst wird ein besonderes Augenmerk auf die Ereignisse 51 Jahre zuvor legen: In der Nacht vom
8. auf den 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen.
„Diese Nacht markierte den Übergang von der Diskriminierung und Ausgrenzung zur systematischen Verfolgung und war das öffentliche Fanal für das, was kommen sollte: der Völkermord am europäischen Judentum.
Nicht nur ein Datum in der Vergangenheit, sondern auch heute eine deutliche Mahnung und Warnung“, meinen Pfarrerin Ruth Knebel und das Gottesdienstteam.
„Damals haben die Kirchen geschwiegen und viele Christen weggeschaut. Der 9. November fordert uns auf, heute Stellung zu beziehen“, erläutert die Gemeinde weiter.
Im Gottesdienst heißt es: „Erinnern und Hinsehen. Erinnern an die Gräueltaten von damals und hinsehen, wo wir heute gefordert sind, Stellung zu beziehen und einzutreten für die Würde und das Lebensrecht aller“, beschreiben die Pfarrerin und das Team den Gottesdienst.
„Die weiße Kreuzigung“, ein Bild des jüdischen Malers Marc Chagall aus dem Jahr 1938, wird im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen. Musikalisch ausgestaltet wird der Gottesdienst durch Christian Auhage an der Orgel und Klarinettenspielerinnen des Posaunenchores, die den Gottesdienst mit sehnsuchtsvollen jüdischen Liedern untermalen werden.