Der Ronsdorfer Heimat- und Bürgerverein (HuB) richtete seine Gedenkstunde zum Volkstrauertag aus. Nach Reden und Musik bei der Freiwilligen Feuerwehr Ronsdorf folgten am Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges im Ronsdorfer Stadtgarten die Kranzniederlegungen in Gedenken an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaften.
Julian Berges (2. Vorsitzender des HuBs) begrüßte die Gäste in der Wagenhalle der Feuerwehr und sprach über die Bedeutung des Volkstrauertages: „Indem wir uns an das Leid früherer Generationen erinnern, stärken wir unsere Bereitschaft, Konflikte friedlich zu lösen, gegen Unrecht einzustehen und Menschen zu schützen, die in Not sind.“
Der Volkstrauertag möge daran erinnern, dass Frieden in Worten beginnt, in Entscheidungen sichtbar wird und im Handeln Wirklichkeit werden müsse.
Bezirksbürgermeister Harald Scheuermann-Giskes fasste zusammen: „Wir gedenken der Menschen, die ihr Leben verloren haben, weil Hass und Machtgier über Menschlichkeit siegten.“ Er fragte: „Was lernen wir aus der Geschichte – und was bedeutet sie für unsere Gegenwart?“, und erinnerte sich an seine Kindheit in Bochum:
„Solidarität war da kein schönes Wort, sondern tägliche Realität. Man half sich – auf Zeche, auf der Straße, im Verein“, führte der Bezirksbürgermeister aus und meinte: „Vielleicht ist das auch heute die wichtigste Botschaft dieses Tages: Frieden und Menschlichkeit beginnen nicht in großen Konferenzen, sondern da, wo Menschen füreinander einstehen.“
Pfarrer Jochen Denker kommentierte die weltweit zunehmende Aufrüstung und die Diskussion um die Wehrpflicht: „Verteidigungsfähig zu sein ist gewiss ein Gebot der Stunde und dazu gehört auch ein Mindestmaß an militärischer Wehrhaftigkeit, die wir erst wieder aufbauen müssen.“ Gleichzeitig warnte er: „Ein neuer Militarismus darf daraus aber niemals entstehen!“
Ein Appell an die Menschlichkeit und für das Miteinander
Waffen nannte er ein „wohl […] bitteres hinzunehmendes Übel“ in der „noch nicht erlösten Welt“ in der Hand derer, die sich verteidigen wollen und hoffen, sie nie einsetzen zu müssen. Niemals dürfe man aber dem Irrglauben aufsitzen, „[…] dass Waffen für etwas anderes gut sein könnten als zu töten oder zumindest mit dem Tod zu drohen.“
Der Volkstrauertag führe vor Augen, dass die Folgen von Hass und der Verlust von Mitmenschlichkeit Tod und Zerstörung seien und Menschen zu Trauernden mache, führte Denker aus.
Schließlich appellierte er: „Wendet Euch einander wieder zu! Erkennt im Menschen – selbst im Euch fremden – Euren Mitmenschen […]. Weigert Euch, eines anderen Menschen Feind zu sein.“
Von Moritz Körschgen