Die Herbstsynode der evangelischen Kirche Wuppertal hat eine neue Leitung gewählt – mit Ronsdorfer Beteiligung und erstmalig als Team.
Pfarrerin Katharina Pött und Pfarrer Dr. Jochen Denker werden ab Mitte März 2026 ihre neue Aufgabe als Superintendenten antreten, wenn Pfarrerin Ilka Federschmidt nach 15 Jahren in den Ruhestand geht.
Beteiligung und mehr Kooperation sollen im Vordergrund stehen
Beide bleiben mit jeweils einer halben Stelle in ihren Kirchengemeinden tätig – Katharina Pött in Langerfeld, Dr. Jochen Denker in der reformierten Gemeinde Ronsdorf. „Das geteilte Leitungsmodell ermöglicht nicht nur mehr Austausch, sondern auch mehr Nähe zu den Gemeinden“, betonte Dr. Jochen Denker. „Es verbindet beides – Gemeinde und Kirchenleitung – auf eine Weise, die Raum für Vielfalt und Kreativität schafft“, sagte Katharina Pött.
Die rheinische Landeskirche begleitet das Wuppertaler Modell als „Erprobung“, denn ein geteiltes Superintendentenamt ist in dieser Form bislang einzigartig.
Die beiden Theologen möchten den Kirchenkreis in eine Zukunft führen, in der Kirche als nah, lebendig und gemeinschaftlich gestaltet erlebt wird. „Wir brauchen eine Kirche, in der Menschen gemeinsam ihren Glauben leben, seelsorglich füreinander da sind und diakonisch-nachbarschaftlich zusammenhalten“, so Denker.
Zum neuen stellvertretenden Superintendenten wurde Frank Schulte, Pfarrer der Gemeinde Gemarke-Wupperfeld, gewählt.
Weiter beschloss die Synode, künftig enger mit den Bergischen Kirchenkreisen zu kooperieren. Bei der Telefon- und Gehörlosenseelsorge gebe es bereits eine gute Zusammenarbeit, erläuterte Superintendentin Ilka Federschmidt. Diese könne auch in anderen Aufgabenfeldern ausgebaut werden.
Ein anderes Thema aus dem Bericht der Superintendentin war der Umgang mit dem seit Beginn des Israel-Gaza-Krieges erstarkten Antisemitismus.
Die evangelische Kirche stehe fest an der Seite der jüdischen Gemeinde, betonte Federschmidt. Nur durch Beziehung und Kontakt könnten geerbte Vorurteile und Hass überwunden werden. Das gelte auch für Antisemitismus bei Muslimen, insbesondere jungen Menschen.
Der Austausch der Religionen sei für ein friedliches Zusammenleben in Wuppertal wichtig, meinte auch Oberbürgermeisterin Miriam Scherff in ihrem Grußwort.
Katharina Pött (49) ist seit 15 Jahren Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Langerfeld und seit fünf Jahren stellvertretende Skriba im Kreissynodalvorstand. In Wuppertal aufgewachsen, studierte sie Evangelische Theologie in Wuppertal, Bochum und Bonn. Nach ihrem Vikariat in Lüttringhausen war sie in den Gemeinden Uellendahl-Ostersbaum und Cronenberg tätig. Sie ist geschieden und hat zwei Kinder.
Dr. Jochen Denker (57) ist seit 25 Jahren Pfarrer der reformierten Gemeinde Ronsdorf, seit 2011 Synodalassessor (stellvertretender Superintendent). Er stammt aus dem Westerwald, studierte Evangelische Theologie in Wuppertal, Tübingen, Bochum und promovierte an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, wo er auch als Vikarsassistent tätig war. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.