Dienstjubiläum: 25 Jahre Pfarrer Jochen Denker

Ein mann sitzt an einem Tisch, auf dem Bild viele Gäste.
Der Pfarrer auf dem Platz zwischen Kirche und Gemeindehaus inmitten der vielen Besucher.

Er ist „für die Leute da, wenn sie das Gespräch suchen“, „immer eine widerständige Stimme für Ronsdorf“, „kumpelhaft und humorvoll“, „nah an der Bibel, denkt aber auch über die Gemeinde hinaus.“

Nur eine kurze Auswahl der Worte, mit denen der Vorsitzende des Presbyteriums, Reinhard Beck, das Wirken und die Persönlichkeit des Pfarrers der Evangelisch-reformierten Gemeinde, Jochen Denker, zusammenfasste.

Zu dessen 25-jährigem Dienstjubiläum hatte das Presbyterium zum großen Gottesdienst mit anschließendem Grillen sowie Kaffee und Kuchen eingeladen.

Engagement für die Gemeinde und darüber hinaus

Reinhard Beck attestierte Jochen Denker eine „besondere Begabung, Menschen zu berühren“ – sowohl in Predigten als auch im persönlichen Gespräch. Bei öffentlichen Auftritten oder Gastreden schwimmt der Pfarrer „oft gegen den Strom“ und „nimmt kein Blatt vor den Mund“, führte der Vorsitzende des Presbyteriums weiter aus. „Und das ohne Worthülsen.“

Reinhard Beck hob Jochen Denkers Arbeit als stellvertretender Superintendent hervor, bei der er sich über die Gemeinde hinaus engagiert. Egal in welcher Rolle, Denkers Arbeit habe „bei allem Hand und Fuß“ und sei „stets in der Gemeinde gegründet“.

„Wenn man zusammenhält, schafft man auch Dinge“

Jochen Denker fasste den Sonntag auf seine eigene Art zusammen: „Mich hat das alles sehr geflasht.“ Die große Zuneigung der vielen Besucher bewegte ihn: „Dass so viele Menschen da waren, hat mich einfach tief berührt.“ Über 200 Karten hat er am Sonntag überreicht bekommen, die er nicht alle vor Ort lesen konnte und sich nun in Ruhe anschauen möchte: „Es war ein sehr schöner Tag, jetzt muss ich erstmal alles sortieren.“

Aus seinem Vierteljahrhundert in der Gemeinde erinnerte er an eine große Herausforderung direkt in den ersten Monaten seiner Amtszeit: Die Planung und der Bau des neuen Gemeindehauses direkt neben der Kirche und dem damit verbundenen Abschied vom Dürselenhaus, dem früheren Treffpunkt der Gemeinde in der Kurfürstenstraße 3. Viele Konflikte innerhalb der Gemeinde und persönliche Angriffe gegen seine Person hatte es damals gegeben, wie er erzählte.

Das miteinander durchzustehen habe ihm aber gezeigt, was möglich ist, wenn man gemeinsam auf ein Ziel hinarbeitet: „Wenn man zusammenhält, schafft man auch Dinge.“ Auch die kostspielige und zu großen Teilen durch Spenden finanzierte Sanierung der Kirche zählte er dazu.

Keine Sorgen um die Zukunft der Kirche

Insbesondere prägt Jochen Denker aber der enge Bezug zur Bibel und dem christlichen Glauben: „Am Ende ist es immer die Frage, in welchem Geist wir unterwegs sind und ob wir Gottesvertrauen haben“, sagte er auf die Frage nach dem Kern seiner Arbeit.

Um die Zukunft der Kirche sorgt er sich nicht: „Dass es die Kirche noch gibt, liegt an Christus. Den gibt es seit 2000 Jahren und ihn wird es auch noch weiter geben.“

Seine Zukunft möchte er weiterhin im Stadtteil und mit der Evangelisch-reformierten Gemeinde verbringen: „Solange ich gesund bin und die Gemeinde mich möchte, bleibe ich gerne in Ronsdorf“.

Eine Vorgabe der Landeskirche könnte allerdings für Schwierigkeiten sorgen: Ab 2030 ist nur noch eine halbe Pfarrerstelle vorgesehen. Wie das Gemeindeleben dann gestaltet wird, ist laut Denker noch offen. Entweder müssten manche Tätigkeiten dann ehrenamtlich übernommen werden oder entfallen, wenn sich niemand dafür findet.

So hatte es die Gemeinde schon 2005 gemacht, als die Kirchensteuerzuweisungen an die Gemeinde um rund 10 Prozent einbrachen und die Gläubigen einen neuen Finanzierungsplan aufstellen mussten.

Von Moritz Körschgen

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