Um die grünen Wiesen auf Marpe zu erhalten, hat der Barmer Verschönerungsverein (BVV) Teilflächen auf der Marpe gekauft. Damit will der Verein das Gebiet vor einer möglichen Bebauung retten, wie der BVV-Vorsitzende Peter Prange sagt.
Bezirksregierung für Wohnbebauung, Stadt und Initiative dagegen
Im Oktober 2019 hatte die Düsseldorfer Bezirksregierung die Marper Wiesen als mögliches Bauland ausgewiesen. Dagegen formierte sich schnell eine Bürgerinitiative, auch der Wuppertaler Stadtrat und die Verwaltung lehnten eine Bebauung ab – ebenso wie der BVV.
2024 warb ein Investor dann dafür, dass auf der Marpe „Bauerwartungsland“ zu kaufen sei. Der damalige Oberbürgermeister Uwe Schneidewind betonte erneut die Position der Stadt: Das Gelände stehe nicht für eine Bebauung zur Verfügung. Im Sommer 2024 lehnte der Stadtrat einen Vorschlag der Düsseldorfer Bezirksregierung erneut ab.
Der Vorsitzende des Barmer Verschönerungsvereins, Peter Prange teilt jetzt mit, was der Verein im Zuge der öffentlichen Diskussion unternommen hat: „Wir kauften mit finanzieller Unterstützung unserer Förderer einige Flächen (35.000 Quadratmeter) zwischen den Straßen Marpe und Marper Weg und retten sie vor einer möglichen Bebauung.“
Jetzt bemühe sich der Verschönerungsverein um Pachtverträge mit „bewährten, umweltbewussten Pächtern“, so der Verein. Sie sollen sich um den Erhalt der „Marper Wiesen“ entlang der Adolf-Vorwerk-Straße kümmern.
„Auf diese Weise sichern wir erneut wichtigen Boden vor einer Bebauung“, verspricht Peter Prange für den BVV und ergänzt, dass der Kauf keine Schulden hinterlasse.
Erinnerungen an die Gründung des Verschönerungsvereins
Schon in den Anfangszeiten des BVV war die Frage, wie freie Flächen genutzt werden, Kernthema des Vereins: Gegründet wurde er 1864 mit dem Ziel, eine zunehmende Bebauung im Barmer Süden durch die Schaffung einer Parkanlage zu verhindern.
Die Initiative habe sich „nicht gegen etwas, sondern für die Sicherung von unbebauten Flächen“ eingesetzt, wie der Verein betont.
Damals drängten Betriebe und wohlhabende Bürger aus der Barmer Mitte in die Stadtränder“, erinnert der Verein und ergänzt: „In Hochbarmen, rund um den 1888 eröffneten Toelleturm, entstand eine neue von Adolf Vorwerk initiierte Siedlung, die durch die Barmer Bergbahn (1894 - 1959), eine moderne Zahnradbahn, erschlossen wurde. Bis heute erhalten blieb ein Geschenk von Adolf Vorwerk an seine Frau, der Vorwerkpark.“
Mit dem Kauf der Flächen auf Marpe sieht sich der Verein an seine Gründungszeit erinnert: „Wir folgen damit der vorbildlichen Tradition der Familien Vorwerk und von Armannsberg, die sich auch dem Vorwerkpark verbunden fühlen“.
Peter Prange führt aus: „Eine weitere Versiegelung und Überbauung von Natur und Landschaft Richtung Murmelbach und Scharpenacken wurden aufgrund der erwarteten erheblichen Umweltauswirkungen abgelehnt. Wir haben eine historische und ökologisch bedeutsame Chance, dank zahlreicher Spender, ergriffen.“