Eine große Begeisterung für Technik und Geschichte verbindet das fünfköpfige Team, das in das Bandwirkermuseum des Heimat- und Bürgervereins eingeladen hatte.
Zum Internationalen Tag des Museums öffnete das Museum in der alten Fachschule in der Remscheider Straße 50 seine Türen und freute sich über zahlreiche Gäste.
Das Team ist sich einig: Die alte Tradition der Bandweberei, die sie teilweise noch selbst in Ronsdorf erlernt haben, muss erhalten bleiben. Daher legen sie auch großen Wert darauf, dass die ausgestellten Maschinen stets einsatzbereit sind und bei Bedarf Aufträge erfüllen können.
Christel Auer, 1. Vorsitzende des HuBs, nannte die dauerhafte Ausstellung in der alten Fachschule ein „lebendiges Museum“ und war begeistert, dass die alte Ronsdorfer Tradition der Bandweberei auch heute noch praktiziert wird.
Selbstverständlich ist das keineswegs, denn die Maschinen zu bedienen und pflegen erfordert großes Know-How und viel Liebe zum Detail. Außerhalb von Führungen stellen die Bandweber beispielsweise Fasern für die Restauration alter Wandteppiche her.
Wichtig ist der Gruppe auch der Austausch mit den Besuchern: Hier werden Erinnerungen an die Jugend geweckt, alte Verbindungen aufgefrischt und neue aufgebaut.
Nachdenklich stimmt das Team allerdings die Frage der Nachfolge. Vier der fünf Bandwirker gehören zu den „älteren Semestern“. Was passiert, wenn sie ihrem Ehrenamt nicht mehr nachgehen können, und wer kümmert sich dann um das Museum?
Daher lädt das Team jeden herzlich zum Mitmachen ein. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, schließlich kommen die Bandweber zusammengerechnet auf über 100 Jahre Erfahrung, die sie gerne weitergeben möchten.
Dass das Museum nicht ausschließlich etwas für die älteren Generationen ist, zeigen eine Handvoll Ehen, die jedes Jahr in der alten Fachschule als „Ambiente-Trauungen“ geschlossen werden.
Geöffnet hat das Museum immer mittwochs von 17 bis 18 Uhr und kann ohne Anmeldung (oder nach Absprache an anderen Tagen) besucht werden.
Weitere Infos unter www.ronsdorfer-buergerverein.de oder persönlich bei den Bandwebern.
Von Moritz Körschgen