„Angsträume“ in Ronsdorf

Ein Eingang zu einer Parkanlage.
Der Stadtgarten ist aufgrund des dichten Bewuchses unübersichtlich. Foto: Moritz Körschgen

Die Stadtverwaltung hat in Wuppertal „Angsträume“ gesucht und mögliche Maßnahmen vorgestellt, um das Sicherheitsempfinden der Bürger zu verbessern. Gemeint sind damit öffentliche Räume, in denen das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen negativ ist. Zum Beispiel aus Angst vor Kriminalität, insbesondere Gewalt.

Über Anfragen an die Bezirksvertretungen, Stadtteilkonferenzen, soziale Einrichtungen, Schulen, Bürgervereine und andere Akteure in den Stadtteilen hat die Stadt diese Räume ausgemacht.

In Ronsdorf identifiziert der Bericht vier „Angsträume“. Eine genaue Aufschlüsselung darüber, warum welche Orte als Angst­räume wahrgenommen werden, gibt es in dem städtischen Bericht nicht. Aus Gesprächen innerhalb der Redaktion und mit anderen Ronsdorfern haben wir aber Vermutungen aufgestellt.

1.) Ronsdorfer Bahnhof und die unmittelbare Umgebung

Problematisch ist die Unterführung: Sie ist nur schwer einsehbar, verdreckt und mit Graffiti beschmiert. Auch, dass es nur einen Zugang zu den Gleisen gibt, könnte für Unbehagen sorgen: Wird man bedroht oder belästigt, gibt es keine Möglichkeit, sich aus der Situation zu entfernen, wenn die Aggressoren die Treppe blockieren. Außerdem liegen nur wenige Wohnhäuser oder Geschäfte – abgesehen vom Kiosk – im Umkreis des Bahnhofes, so dass man nicht darauf zählen kann, dass vorbeikommende Passanten im Zweifel helfen können.

2.) Grünstreifen zwischen Ascheweg und Kniprodestraße

Dieser Bereich ist stellenweise schwer einsehbar und schlecht beleuchtet. Insbesondere, wenn im Ronsdorfer Zentrum Feste stattfinden, versammeln sich hier in den Abendstunden viele Menschen in Gruppen, um Alkohol zu konsumieren. Pöbeleien oder Streitigkeiten bleiben nicht aus.

3.) Durchgang zwischen Remscheider Straße und Kocherstraße

Ein recht kurzer Abschnitt, der nur schlecht beleuchtet und schwer einsehbar ist. Auch hier sticht die fehlende Fluchtmöglichkeit hervor.

4.) Fußweg Am Grünen Streifen zwischen Am Stadtbahnhof und Boxbergstraße

Schlechte Beleuchtung und Einsehbarkeit sind auch hier die Stichwörter. Gerade in den Abendstunden scheut sich mancher, hier entlangzugehen. Auch, weil schwer einzuschätzen ist, wer sich noch im Stadtgarten befindet. Teilweise treffen sich hier Gruppen, um Alkohol zu trinken – unabhängig von Festen. Je nachdem, wen man fragt, ist mancher der Meinung, dass ihn oder sie diese Gruppen nicht weiter stören, andere fühlen sich insbesondere in den Abendstunden unwohl.

Als Maßnahmen gegen die „Angsträume“ will die Stadt zum Beispiel durch Ordnungsamt oder Polizei bei Meldungen Streifgänge oder Einsätze durchführen.

Außerdem haben die Bürger Vorschläge gemacht, um für ein besseres Sicherheitsgefühl zu sorgen: Eine Belebung der Räume durch Gastronomie, regelmäßige Veranstaltungen, Angebote für „Problemgruppen“ in Form von Sozialarbeit oder offenen Freizeitangeboten vor Ort schaffen sowie eine bessere Ausleuchtung dunkler Räume.

Positiv bewerten die Ronsdorfer laut des Berichtes den Bandwirkerplatz, den großen Platz am Ascheweg und das Ortszentrum.

Von Moritz Körschgen

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