110 Jahre Altenheim Friedenshort: „Haus für Körper und Geist“

Zwei Männer und eine Frau stehen auf einer Wiese vor einem Haus.
Einrichtungsleiterin Andrea Schultz, der Vorstandsvorsitzende der Friedenshortstiftung Marcus Koch und Friedenshort-Geschäftsführer Jochen Loos (von links) im Friedenshort-Garten mit selbstgemachten Cocktails der Soroptimistinnen Wuppertal. Für den Erlös aus dem Cocktailverkauf spenden die Sor­optimistinnen altersgerechte Spiele an den Friedenshort. Foto: Moritz Körschgen

1915 als „Haus zur Betreuung alleinstehender alter Menschen“ von den ev. freikirchlichen Gemeinden in Wuppertal ins Leben gerufen haben sich die Christlichen Seniorenhäuser Friedenshort auch heute dem Dienst am Menschen nach christlichem Glauben und Bekenntnis zur Bibel verschrieben.

Zum 110-jährigen Jubiläum hatte der Friedenshort zu einer großen Feier eingeladen, die von Heimleiterin Andrea Schultz und dem Team lange vorbereitet wurde.

Den festlichen Rahmen gestaltete die Musikgruppe „Voices for Christ“ unter der Leitung von Ruthild Eicker mit einem musikalischen Open Air-Gottesdienst zu Beginn.

Historie: Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und mehr

Geschäftsführer Jochen Loos erzählte von der Gründungszeit und dem herausfordernden Bau mitten im Ersten Weltkrieg. Zwei Häuser, verbunden durch einen Speisesaal bildeten das Altenheim.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Einrichtung von Bomben getroffen und brannte bis auf das Erdgeschoss aus, einzig das heute noch sichtbare Fundament überstand die Zerstörung. Zu Schaden kam niemand, von 1950 bis 1954 mussten die Häuser aber wieder aufgebaut werden.

„Könnten Steine reden…“, führte Jochen Loos aus und sagte: „Sie könnten berichten vom anfänglichen Selbstversorgerhaus mit den Kühen, die in diesem ehemaligen Stall standen und dem Heu, das hier von den Wiesen kam und so viel mehr…“

Weiter erzählte er von der Gründungsgeschichte: „Der Name ,Friedenshort‘ wurde bewusst gewählt. Ein Hort des Friedens, ein Zufluchtsort für Menschen, nicht nur in schwierigen Zeiten.“

Das sei schon immer die Vision gewesen, erinnerte Jochen Loos und hob den besonderen Bezug zum christlichen Glauben hervor: „Und als Besonderheit zu vielen anderen Häusern wurde unter diesen Dächern das Angebot Jesu aus Matthäus 11,28 ,kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben‘ Tag für Tag weitergegeben.“ Den Friedenshort nannte er ein „Haus für Körper und Geist, auch zur Versorgung der Seele.“

Zwischen 1984 und 2001 wurden zahlreiche Modernisierungen und Erweiterungen vorgenommen. 2000 wurde der Versammlungsort – die Oase – eingeweiht und die Kapazitäten auf 71 Plätze ausgebaut. So viele Bewohner werden auch heute von 90 Mitarbeitern betreut.

Neubau in Planung und eventuell betreute Seniorenwohnungen

Für die Zukunft ist eine weitere Erweiterung geplant: Um der großen Nachfrage gerecht zu werden, plant der Friedenshort im aktuellen Garten hinter dem Haus einen Neubau mit zusätzlichen 48 Plätzen, wie Jochen Loos erläuterte.

Unklar sei aktuell, welche Auflagen für das vorhandene Gebäude gefordert werden, wenn ein neues gebaut wird. „Dazu stimmen wir uns aktuell mit den Behörden ab. Wann wir mit dem Bau beginnen können, ist zurzeit unklar“, so der Geschäftsführer.

Zusätzlich besteht für das Christliche Altenheim auf der freien Wiesenfläche im vorderen Bereich die Möglichkeit, zwei große Mehrfamilienhäuser mit betreutem Wohnen für Senioren zu errichten. Hier befinde man sich aber noch in den frühen Schritten der Planung, führte Jochen Loos aus.

In gemütlicher Runde feierten Bewohner und Besucher das 110-jährige Bestehen des Friedenshortes.

Speisen, Getränke, Verkaufsstände, die Einweihung der Mosaikbänke im Eingangsbereich, Ballonkünstlerin Danilein vom Niederrhein und als Abschluss ein weiteres Konzert der Musikgruppe „Voices for Christ“ sorgten für eine gebührende Feier zum Jubiläum der Einrichtung am Rande der Ronsdorfer Anlagen.

Von Moritz Körschgen

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